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Spitex in Ihrer Sprache im Kanton Zürich

4. February 2026 · 5 Min. Lesezeit

Angebote in Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Italienisch, Portugiesisch und weiteren Sprachen

Pflege in Ihrer Sprache
Wenn Sie Deutsch nicht sicher genug sprechen, kann Pflege schwieriger werden. Professionelle Sprachunterstützung und digitale Übersetzungshilfen helfen, dass Pflege sicher und verständlich bleibt.

So finden Sie eine passende Spitex:

  • Suchen Sie mit PLZ oder Ort
  • Wählen Sie eine Sprache
  • Direkt anrufen und klären, ob diese Sprache bei den Pflegeeinsätzen verfügbar ist

Warum Sprache bei der Spitex so wichtig ist

Patientinnen und Patienten müssen ausreichend verstanden und informiert werden, damit sie wirksam in medizinische Massnahmen einwilligen können. Sprachbarrieren im Gesundheitswesen erhöhen das Risiko von Fehlversorgung, Unterversorgung oder Überversorgung.

Die Stadt Zürich weist darauf hin, dass geeignete Vermittlungshilfen, wie professionelles Dolmetschen, diese Risiken deutlich verringern können. Auch das Bundesamt für Gesundheit betont, wie entscheidend es ist, verstanden zu werden und andere zu verstehen. Fremdsprachige Personen benötigen deshalb bei Gesprächen oder Konsultationen häufig interkulturelle Dolmetschdienste, entweder telefonisch oder direkt vor Ort.

Gesetzliche Bewilligung bereits erfüllt. Alle auf Carelist aufgeführten Spitex haben die Bewilligung.

Im Kanton Zürich darf eine Spitex-Institution ihre Tätigkeit erst aufnehmen, wenn sie die gültige Bewilligung des Amts für Gesundheit erhalten hat.
Alle auf Carelist gelisteten Anbieter verfügen bereits über diese Bewilligung. Deshalb lohnt es sich, Ihre Aufmerksamkeit auf die wirklichen Unterschiede zu richten: Sprache in der Einsatzplanung, Kapazität, Kontinuität und Transparenz bei der Abrechnung.

So finden Sie eine Spitex, die Ihre Sprache spricht

Schritt 1. PLZ oder Ort

Beginnen Sie mit Ihrer PLZ oder dem Ort in Zürich. Das reduziert Treffer auf realistische Distanzen und schnell verfügbare Kapazitäten.

Schritt 2. Sprache wählen

Wählen Sie die Sprache, die im Alltag wirklich gebraucht wird, zum Beispiel Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Italienisch, Portugiesisch oder Englisch.

Schritt 3. Leistungsart grob eingrenzen

Klären Sie grob, ob es um medizinische Pflege, Hilfe im Haushalt oder Betreuung geht. Das beschleunigt das erste Gespräch.

Schritt 4. Sofort anrufen, aber richtig fragen

Wichtig ist nicht nur, ob “jemand im Team” die Sprache kann. Entscheidend ist, ob die Sprache in der Einsatzplanung zuverlässig abgedeckt wird. (Wichtig ist nicht, dass jemand im Team die Sprache kann, sondern dass die passende Sprache bei den Einsätzen zuverlässig verfügbar ist.)

Telefon-Checkliste: Diese Fragen sparen die meiste Zeit

  1. Sprachabdeckung in der Einsatzplanung
    Können Sie die erforderliche Sprache bei allen Einsätzen zuverlässig abdecken – auch bei Ferien oder kurzfristigen Änderungen?
  2. Start und Kapazität
    Wann ist ein Betreuungsstart möglich, und wie verlässlich sind Ihre Kapazitäten in den kommenden Wochen?
  3. Kontinuität
    Gibt es eine feste Bezugsperson, oder wechseln die Mitarbeitenden regelmässig?
  1. Kommunikation bei kritischen Themen
    Wie gewährleisten Sie, dass Änderungen bei Medikamenten, Wundversorgung oder Notfallsituationen sprachlich korrekt und verständlich kommuniziert werden?

Keine Spitex in Ihrer Sprache verfügbar? Drei Lösungen im Kanton Zürich

1) Professionelles interkulturelles Dolmetschen einsetzen

Professionelle Dolmetschende übersetzen vollständig, korrekt und neutral. Sie wahren zudem die Schweigepflicht. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, Dolmetscheinsätze über regionale Vermittlungsstellen zu koordinieren.


2) AOZ Medios als Vermittlungsstelle nutzen

Medios vermittelt interkulturelle Dolmetschende für Institutionen im Gesundheitswesen – vor Ort oder telefonisch. Laut eigener Leistungsbeschreibung steht Telefondolmetschen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zur Verfügung.


3) Digitale Übersetzungshilfen als Notlösung bei Zeitdruck

In Situationen mit dringendem Handlungsbedarf, wie Notfallbehandlungen, kann es nicht immer möglich sein, sofort eine professionelle Dolmetschperson einzusetzen. Die Stadt Zürich empfiehlt daher den gezielten Einsatz digitaler Übersetzungshilfen als kurzfristige Unterstützung.

Wer bezahlt Dolmetschen. Was Kanton Zürich offiziell dazu sagt

Dolmetschen in der Spitex: Wer trägt die Kosten? – Kanton Zürich

Die Schweizer Rechtsordnung kennt kein allgemeines Recht auf Übersetzung oder Verdolmetschung. Der Kanton Zürich hält dies in seinem Kantonalen Integrationsprogramm fest.

Im Kanton Zürich ist der Einsatz professioneller Dolmetschender gesetzlich vor allem im Justizbereich geregelt. Im Gesundheitswesen ist die Rechtslage weniger eindeutig, wodurch die Finanzierung häufig unklar bleibt. Ob Dolmetschende tatsächlich eingesetzt werden, hängt daher stark davon ab, ob die jeweilige Gesundheitseinrichtung oder Gemeinde bereit ist, die Kosten zu übernehmen.

Praktischer Hinweis: Klären Sie bereits im ersten Telefonat, wie die Kommunikation bei möglichen Sprachbarrieren sichergestellt wird und ob die Einrichtung über professionelle Dolmetschoptionen verfügt.


Jetzt Spitex im Kanton Zürich finden

Geben Sie Ihre PLZ oder Ihren Ort ein und filtern Sie nach der benötigten Sprache. Rufen Sie die passende Spitex-Einrichtung direkt an.
Falls in Ihrer PLZ kein Sprachmatch verfügbar ist, erweitern Sie die Suche auf den gesamten Ort oder nutzen Sie professionelles Dolmetschen als Unterstützung.

FAQ

Ist die Bewilligung bei Carelist ein Thema?
Nein. Alle auf Carelist aufgeführten Anbieter verfügen über eine gültige Bewilligung. Grundsätzlich darf eine Spitex im Kanton Zürich ihre Tätigkeit erst nach Erhalt der Bewilligung des Amts für Gesundheit aufnehmen.

Warum reicht es nicht, wenn nur eine Person im Team die Sprache spricht?
Entscheidend ist die Einsatzplanung im Alltag. Sprachbarrieren können besonders in Situationen problematisch sein, in denen Aufklärung, Einwilligung und eine sichere Behandlung wichtig sind.

Ist Telefondolmetschen eine seriöse Lösung?
Ja. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt interkulturelles Dolmetschen auch per Telefon und rät, Einsätze über regionale Vermittlungsstellen zu koordinieren.

Gibt es ein generelles Recht auf Dolmetschen im Gesundheitswesen?
Nein. Der Kanton Zürich hält fest, dass es kein allgemeines Recht auf Übersetzung oder Verdolmetschung gibt. Im Gesundheitsbereich ist die Finanzierung von Dolmetschdiensten häufig ungeklärt.


Quellen

Stadt Zürich. Ausbau des Übersetzungs- und Dolmetscherdiensts in städtischen Gesundheitsinstitutionen.
Kanton Zürich. Betriebsbewilligung für Spitex beantragen.
Bundesamt für Gesundheit. Interkulturelles Dolmetschen, Rolle, Neutralität, Schweigepflicht.
Kanton Zürich. Kantonales Integrationsprogramm 2024 bis 2027, Abschnitt Dolmetschen, Rechtslage und Finanzierung.
AOZ. Medios, Vermittlung und Telefondolmetschen, Verfügbarkeit.